Tagungen

Donnerstag 05. April 2018 — Samstag 07. April 2018 — Seminar für Kulturwissenschaft und Europäische Ethnologie, Alte Universität, Rheinsprung 9, CH-4051 Basel

"Embedded Digitalities"

DGV-Kommission „Digitalisierung im Alltag“/Schweizerische Gesellschaft für Volkskunde/Tsanta

Aktuell lässt sich beobachten, dass Forschende in allen gegenwärtig relevanten kulturwissenschaftlich/-anthropologischen Forschungsfeldern mit digitalen Phänomenen, Prozessen oder Infrastrukturen konfrontiert sind und die Digitalisierungsforschung aus der Nische einer Subdisziplin heraustritt. Mit dem zentralen Fokus der Tagung 2018 auf das Thema „Einbettungen“ macht die Kommission diese Entwicklung explizit zum Thema. Das Digitale wird als eine relationale Konstruktion in den Blick genommen und es soll gezielt nach den verschiedenen Weisen gefragt werden, in denen digitale Medien, Technologien, Ideologien, Infrastrukturen etc. eingebunden sind.

Donnerstag 16. November 2017 — Samstag 18. November 2017 — Österreichisches Museum für Volkskunde, Wien

Orientieren & Positionieren, Anknüpfen & Weitermachen: Wissensgeschichte der Volkskunde/Kulturwissenschaft in Europa nach 1945

Schweizerische Gesellschaft für Volkskunde (SGV) & Österreichisches Museum für Volkskunde, Wien

…and would in a few years make all Europe, or the greater part of it,
as free and as happy as Switzerland is today.

Am 19. Dezember 1946 hielt Winston Churchill vor akademischem Publikum seine „Europa-Rede“, in welcher er für den zerstörten Kontinent ein Konzept der „European Family in a regional structure“ entwarf und einen Zusammenschluss jenseits nationalistischer Tendenzen proklamierte. Dass der einflussreiche Politiker ausgerechnet an der Universität Zürich sprach, unterstreicht die Rolle und die Darstellung der Schweiz als transnationales, vielfach genutztes und gedeutetes Leitbild der unmittelbaren Nachkriegszeit. Gerade für die „kleinen Nationen“ (Churchill) wie Österreich diente die Schweiz in den komplexen staatlichen wie regionalen Selbst- bzw. Identitätsfindungsprozessen nach 1945 als Orientierungs- und Positionierungshilfe.
Fast gleichzeitig und mit der praktisch gleichen Funktion bot Richard Weiss‘ Grundriss Volkskunde der Schweiz (1946) dem Fach Volkskunde in den NS-korrumpierten Ländern Ausgangspunkt zu einem disziplinären Neustart. Den AkteurInnen der Schweizer Volkskunde wurde europaweit quasi eine Moderatorenrolle für die Neuorientierung des Faches in Epistemologie, Methoden und Fachkonzeption zugesprochen. Zugleich verbanden sich mit den „Schweizern“ auch Hoffnungen auf eine Weiterarbeit in bestehenden persönlichen wie institutionellen Netzwerken. Insofern sagt das Bild einer „neutralen Schweizer Volkskunde“ viel über disziplinäre Verhältnisse nach 1945 aus.
Die Tagung der Schweizerischen Gesellschaft für Volkskunde und des Vereins für Volkskunde in Wien nimmt diese gesellschaftsrelevanten wie wissenschaftsstrategischen „Schweiz-Bilder“ zum Ausgangspunkt kulturwissenschaftlicher Reflexionen über Aspekte von Internationalisierung bzw. Europäisierung, von nationaler und regionaler Konzeption des fachlichen Wissens in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Die in solche Erzählungen eingeschriebenen Vorstellungen von Peripherie und Zentrum volkskundlich-kulturwissenschaftlicher Wissensproduktion und ihre hohe Wirkmächtigkeit sollen analysiert werden. An der volkskundlichen Fach-, Wissens- und Institutionengeschichte lassen sich diese vielfältig politischen Prozesse
nachzeichnen, die in Österreich etwa am Volkskundemuseum in Wien zu finden sind. Das Österreichische Museum für Volkskunde ist auch Veranstaltungsort der
Tagung 2017.
Im analytischen Nachvollzug von Strategien, Praktiken und Allianzen der Wissenskonstruktion will die Tagung die Frage nach den Funktionen dieses volkskundlich-kulturwissenschaftlichen Wissens im jeweiligen gesellschaftsgeschichtlichen Kontext stellen und zentral positionieren.

OrganisatorInnen:

Dr. Sabine Eggmann, Schweizerische Gesellschaft für Volkskunde (SGV), Basel/CH
Mag.a Birgit Johler, Haus der Geschichte Österreich, Wien/A
Dr. Konrad Kuhn, Seminar für Kulturwissenschaft und Europäische Ethnologie,
Universität Basel/CH & Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie - Fachbereich Europäische Ethnologie, Universität Innsbruck/A
Mag.a Magdalena Puchberger, Institut für Europäische Ethnologie, Universität
Wien/A

Vergangene Tagungen

Donnerstag 07. September 2017 — Samstag 09. September 2017 — Basel & Zürich

Von Schlemmer bis Veganer: Die Kultur von Essen

Schweizerische Gesellschaft für Volkskunde (SGV)

Die Studierendentagung bietet die Möglichkeit, in die aktuellen Debatten und Forschungstätigkeiten der Kulturanthropologie einzutauchen. Anhand unterschiedlicher Formate wird das wissenschaftliche Arbeiten – am spezifischen Thema Essen – vorgestellt und gemeinsam trainiert. Von der Präsentation eigener (Seminar)-Arbeiten über Science Slam und Filmanalyse bis hin zu vertieften Textdiskussionen wird der Austausch über kulturanthropologisches Denken und Forschen angeregt. Alle Teilnehmenden erhalten einen Reader mit ausgewählter Fachliteratur, um sich inhaltlich einzulesen und die gemeinsamen Diskussionen an der Tagung vorzubereiten.


Anmeldung unter Sabine.Eggmann@volkskunde.ch . Plätze sind beschränkt!

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