"Embedded Digitalities", 5.-7. April 2018, Basel

Kommissionstagung der DGV-Kommission „Digitalisierung im Alltag“ und der Schweizerischen Gesellschaft für Volkskunde  (SGV), in Zusammenarbeit mit dem Seminar für Kulturwissenschaft und Europäische Ethnologie der Universität Basel

L Tagungen

Aktuelles zum Kulturerbejahr 2018

 SRF Kulturplatz: "Kulturerbe - Würde oder Bürde?"

Donnerstag 26. April 2018 18.15 Uhr — Kaserne, Klybeckstrasse 1b, 4057 Basel

Mit historischen Fotografien auf den Spuren des (im-)materiellen Kulturerbes: Ein Stadtspaziergang

Schweizerische Gesellschaft für Volkskunde (SGV)

Mit dem Aufruf „Sammelt das alte Volkstum!“ startete die Schweizerische Gesellschaft für Volkskunde (SGV) 1930 eine breit und lang angelegte Erhebung der „Schweizerischen Volkskunde“. Übersetzen wir dieses Vorhaben in die Sprache der heutigen Zeit, so sollte damals das kulturelle Erbe der Schweiz schriftlich und fotografisch festgehalten und dokumentiert werden. Heute verstehen wir diese dabei entstandenen Dokumente als materielles Kulturerbe. Doch welche Vorstellungen von ‚Kultur’, von ‚Basel’ und von ‚nationaler Identität’ werden darin transportiert?
Mittels einer Auswahl von Fotografien aus der obigen Erhebung der 1930er Jahre, begeben wir uns auf einen Stadtspaziergang und beschäftigen uns mit Fragen zum Kulturerbe sowie mit Konstruktionsprozessen von kultureller Identität und Gemeinschaft. Für heute wirft das die Fragen auf, inwiefern unsere Vorstellungen in Bezug auf ‚kulturelles Erbe’ (immer noch) geprägt sind von materiellen Zeugen sowie vom damaligen Zeitgeist der ‚Geistigen Landesverteidigung’ und welche Konsequenzen für ein schweizerisches Selbstverständnis damit verbunden sind.

Mit Bitte um Anmeldung unter: sabine.eggmann@volkskunde.ch


Im Anschluss an den Stadtspaziergang sind alle herzlich zu einem Apéro eingeladen.

Donnerstag 15. März 2018 — Freitag 16. März 2018 — Berner Fachhochschule, Architektur, Holz und Bau Solothurnstrasse 102, 2504 Biel

Kongress: KULTURERBE, EIN GEMEINSAMES GUT. Für wen und warum?

Kulturerbe2018

Das Rahmenübereinkommen des Europarats über den Wert des Kulturerbes für die Gesellschaft
(Konvention von Faro) versteht Kulturerbe als zentrale Ressource für Demokratie, gesellschaftlichen
Zusammenhalt und Lebensqualität. Damit stehen der Mensch und menschliche Werte im Zentrum
eines erweiterten Kulturerbebegriffs. Das schafft eine Grundlage, um das Kulturerbe neu zu bewerten,
sowie die Verpflichtung, die Leistungen dieses Erbes für die Gesellschaft sichtbar zu machen und so
die Mitwirkung und Mitverantwortung jedermanns daran zu stärken. Schöne Worte – sind sie auch
umsetzbar?
Das europäische Kulturerbejahr, das 2018 auch in der Schweiz gefeiert wird, thematisiert die Teilhabe
am Kulturerbe und dessen Wert für unseren Lebensalltag – setzt also zentrale Anliegen der Faro-
Konvention um. Gleichzeitig trägt der Bundesrat dem Thema auf politischer Ebene Rechnung: Am
8. November 2017 hat er die Vernehmlassung zur Ratifikation der Konvention von Faro eröffnet.
Der Kongress will die Diskussion über diese neue Perspektive auf das Kulturerbe anstossen, als Auftakt zum Kulturerbejahr sowie im Zusammenhang mit dem politischen Ratifizierungsprozess. Ebenso wesentlich wie provokant sind die Fragen, warum und für wen unser Kulturerbe gepflegt werden soll. Brauchen wir Kulturerbe? Können breite Kreise davon profitieren? Wer darf sich dazu äussern?

Der Umgang mit dem erweiterten Kulturerbebegriff und dessen Bedeutung für die Gesellschaft muss
geklärt und neue Handlungsweisen und Umsetzungen entwickelt werden.

Donnerstag 16. November 2017 — Samstag 18. November 2017 — Österreichisches Museum für Volkskunde, Wien

Orientieren & Positionieren, Anknüpfen & Weitermachen: Wissensgeschichte der Volkskunde/Kulturwissenschaft in Europa nach 1945

Schweizerische Gesellschaft für Volkskunde (SGV) & Österreichisches Museum für Volkskunde, Wien

…and would in a few years make all Europe, or the greater part of it,
as free and as happy as Switzerland is today.

Am 19. Dezember 1946 hielt Winston Churchill vor akademischem Publikum seine „Europa-Rede“, in welcher er für den zerstörten Kontinent ein Konzept der „European Family in a regional structure“ entwarf und einen Zusammenschluss jenseits nationalistischer Tendenzen proklamierte. Dass der einflussreiche Politiker ausgerechnet an der Universität Zürich sprach, unterstreicht die Rolle und die Darstellung der Schweiz als transnationales, vielfach genutztes und gedeutetes Leitbild der unmittelbaren Nachkriegszeit. Gerade für die „kleinen Nationen“ (Churchill) wie Österreich diente die Schweiz in den komplexen staatlichen wie regionalen Selbst- bzw. Identitätsfindungsprozessen nach 1945 als Orientierungs- und Positionierungshilfe.
Fast gleichzeitig und mit der praktisch gleichen Funktion bot Richard Weiss‘ Grundriss Volkskunde der Schweiz (1946) dem Fach Volkskunde in den NS-korrumpierten Ländern Ausgangspunkt zu einem disziplinären Neustart. Den AkteurInnen der Schweizer Volkskunde wurde europaweit quasi eine Moderatorenrolle für die Neuorientierung des Faches in Epistemologie, Methoden und Fachkonzeption zugesprochen. Zugleich verbanden sich mit den „Schweizern“ auch Hoffnungen auf eine Weiterarbeit in bestehenden persönlichen wie institutionellen Netzwerken. Insofern sagt das Bild einer „neutralen Schweizer Volkskunde“ viel über disziplinäre Verhältnisse nach 1945 aus.
Die Tagung der Schweizerischen Gesellschaft für Volkskunde und des Vereins für Volkskunde in Wien nimmt diese gesellschaftsrelevanten wie wissenschaftsstrategischen „Schweiz-Bilder“ zum Ausgangspunkt kulturwissenschaftlicher Reflexionen über Aspekte von Internationalisierung bzw. Europäisierung, von nationaler und regionaler Konzeption des fachlichen Wissens in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Die in solche Erzählungen eingeschriebenen Vorstellungen von Peripherie und Zentrum volkskundlich-kulturwissenschaftlicher Wissensproduktion und ihre hohe Wirkmächtigkeit sollen analysiert werden. An der volkskundlichen Fach-, Wissens- und Institutionengeschichte lassen sich diese vielfältig politischen Prozesse
nachzeichnen, die in Österreich etwa am Volkskundemuseum in Wien zu finden sind. Das Österreichische Museum für Volkskunde ist auch Veranstaltungsort der
Tagung 2017.
Im analytischen Nachvollzug von Strategien, Praktiken und Allianzen der Wissenskonstruktion will die Tagung die Frage nach den Funktionen dieses volkskundlich-kulturwissenschaftlichen Wissens im jeweiligen gesellschaftsgeschichtlichen Kontext stellen und zentral positionieren.

OrganisatorInnen:

Dr. Sabine Eggmann, Schweizerische Gesellschaft für Volkskunde (SGV), Basel/CH
Mag.a Birgit Johler, Haus der Geschichte Österreich, Wien/A
Dr. Konrad Kuhn, Seminar für Kulturwissenschaft und Europäische Ethnologie,
Universität Basel/CH & Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie - Fachbereich Europäische Ethnologie, Universität Innsbruck/A
Mag.a Magdalena Puchberger, Institut für Europäische Ethnologie, Universität
Wien/A

Dienstag 16. Mai 2017 18.15 h — Seminar für Kulturwissenschaft, Alte Universität, Rheinsprung 9, 4051 Basel

Armut und Wohlfahrt. Ein Blick in die fotografischen Sammlungen der Schweizerischen Gesellschaft für Volkskunde

SGV

Ernst Brunner, [Essen auf der Alp Sura], Guarda/GR, 1939, S/W-Negativ, 6 x 6 cm, SGV_12N_03174 (c) Schweizerische Gesellschaft für Volkskunde

Referentin: Dr. Nicole Peduzzi, Leiterin Fotosammlungen der SGV

Fortschritt, Wachstum und Wohlfahrt werden seit der Entwicklung der modernen schweizerischen Gesellschaft gerne in einem Atemzug genannt. Als Gegenbild dient die Verbindung von Rückständigkeit, Stagnation und Armut.
Diese Bilder haben sich nicht nur in den öffentlichen Diskussionen und in den Köpfen, sondern auch in Fotografien – die im Verlauf des 20. Jahrhunderts entstanden sind – niedergeschlagen. Da Bilder und Fotografien das zeigen, was der Fotograf sehen und vermitteln wollte, lassen sich diese Bilder von einem späteren Standpunkt her auch wieder hinterfragen. Man kann sich bei genauer Betrachtung überlegen, welche Vorstellungen von Wohlfahrt und Wohlbefinden in den Fotografien zum Ausdruck kommen; welche Lebensentwürfe, Alltage und Selbst- (bzw. Fremd-)Bilder der Porträtierten dabei ins Bild gerückt und welche ausgeblendet werden; und wie die Menschen ganz allgemein in Szene gesetzt wurden.
Mit dieser Blickverschiebung – weg von der scheinbar abgebildeten Realität hin zur inszenierten Bildkomposition – wird sichtbar, was in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in der Schweiz unter Wohlfahrt und Wohlbefinden verstanden wurde.

Mit anschliessendem Apéro; es sind alle herzlich eingeladen!

Dienstag 27. September 2016 18.15 h — Seminar für Kulturwissenschaft und Europäische Ethnologie, Alte Universität, Rheinsprung 9, 4051 Basel

Mobilität – der Weg zum Erfolg?

Schweizerische Gesellschaft für Volkskunde, nccr - on the move

Copyright nccr - on the move

Mobilität und Migration gehören heute zum beruflichen und privaten Alltag vieler Menschen. Möglichkeiten nutzen, Chancen wahrnehmen und Flexibilität zeigen, sind wesentliche Aspekte, die mit Mobilität und Migration gerade auch von höher qualifizierten Menschen verknüpft werden. Es geht dabei allerdings nicht nur um individuelle Wünsche und Entscheidungen, sondern es gilt auch, Anforderungen von Unternehmen, Universitäten, der eigenen Familie, sowie politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen unter einen Hut zu bringen.

Referierende: Hélène Oberlé, MA; Laure Sandoz, MA; Dr. des. Katrin Sontag

Podiumsgäste: Dr. Patrick Koch Projektleiter und wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Fachstelle Diversität und Integration

Dr. des. Tanja Popovic Leiterin Welcome Center der Universität Basel

Lorraine Rytz-Thériault Community Organizer, mit langjähriger Erfahrung und Praxis in der Expat-Freiwilligenarbeit.

Moderation: Dr. Sabine Eggmann, Schweizerische Gesellschaft für Volkskunde.

Die Veranstaltung wird zweisprachig (deutsch und englisch) abgehalten und jeweils in die andere Sprache übersetzt.

Alle Gäste sind im Anschluss herzlich zu einem Apéro eingeladen.
Wir freuen uns, mit Ihnen ins Gespräch zu kommen!

Freitag 08. März 2013

Schweizerisches Archiv für Volkskunde ist online

Das Schweizerische Archiv für Volkskunde ist digitalisiert und online abrufbar

Das Schweizerische Archiv für Volkskunde ist digitalisiert und online abrufbar [aktuell - 3 Jahre] auf:

http://retro.seals.ch/digbib/vollist?UID=sav-001&id=browse&id2=browse1

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