Voyage d'études

Die Schweizerische Gesellschaft für Volkskunde lädt Sie ein zur

24. Volkskundlichen Studienreise nach

Portugal
República Portuguesa

1. Reise Donnerstag, 2. Mai - Samstag, 11. .Mai 2019

2. Reise Dienstag, 3. September - Donnerstag, 12. September 2019

Das im 12. Jahrhundert gegründete Königreich Portugal stieg im 15. Jahrhundert zu einer Gross-macht auf und spielte eine wesentliche Rolle im Zeitalter der Entdeckungen. Es schuf eines der grössten Kolonialreiche mit Besitzungen in Afrika, Asien und Südamerika, dessen Niedergang bereits im 17. Jahrhundert begann. 1910 kam es durch einen militärischen Aufstand zum Sturz der portugiesischen Monarchie, der König Manuel II ins Exil zwang. Die erste Portugiesische Republik bestand bis zum Militärputsch von General Gomes da Costa 1926. Danach stand das Land für mehr als vierzig Jahre unter der autoritären Diktatur von Antonio de Oliveira Salazar. Die Nelkenrevolution vom 25. April 1974 führte zu dessen Sturz und eröffnete den Weg zur demokratischen Dritten Republik. Seit 1986 gehört Portugal zur heutigen EU, damals als das ärmste Land der EG. Im Rah-men der Euro-Krise ab 2010 wurde Portugal zu den besonders betroffenen Staat mit zu hoher Staatsverschuldung gezählt. Diese war auch 2017 noch 1,3 mal so hoch wie das Bruttoinlandprodukt.
Seit der Nelkenrevolution hat sich Portugal zu einer stabilen, repräsentativen Demokratie mit semipräsidentiellem Regierungssystem entwickelt. Die vier wichtigsten Organe der Politik sind der Präsident, der Premierminister und sein Minister-rat, das Parlament und die Justiz.
Die Bevölkerung von gut 10 Mio. ist sehr homogen: Portugiesisch wird im ganzen Land gesprochen, ca. 85% bekennen sich zum römisch-katholischen Glauben. Typisch ist die starke Verehrung der Jungfrau Maria. Im Mittelalter spielten die muslimischen Mauren und die Araber eine bedeutende Rolle, nach der Reconquista mussten sie das Land verlassen oder sich den Christen unterwerfen.
Die Bildung wurde bis zur Nelkenrevolution vernachlässigt, danach ging der Aufbau nur langsam voran. Das Schulsystem besteht aus einer vierjäh-rigen Grundschule und einer fünfjährigen Ober-schule. Ab dem sechsten Lebensjahr besteht eine neunjährige Schulpflicht. An den staatlichen Schulen ist der Unterricht kostenlos. Wer nach der Oberschule die dreijährige Escola Secundaria absolviert, bekommt die Universitätsreife. Es ist eine Aufnahmeprüfung zu absolvieren und es werden Studiengebühren verlangt.
Seit 1979 steht ein steuerfinanziertes Nationales Gesundheitssystem weitgehend kostenlos Ein-wohnern und Besuchern zur Verfügung. Der me-dizinische Versorgungsgrad ist mit 3,33 Aerzten pro 1000 Einwohner jenem der Schweiz (3,57) ähnlich. Die Lebenserwartung liegt mit 79 Jahren leicht über dem europäischen Mittel. Wirtschaftlich hat Portugal seit dem EU-Beitritt aufgeholt und das Pro Kopf BIP von 50% auf 78% des EU-Durchschnitts gesteigert, wobei die Entwicklung regional sehr unterschiedlich ist. Das durchschnittliche Bruttomonatseinkommen beträgt 1'100 EUR, der gesetzliche Mindestlohn 515 EUR.
Wir besuchen die Hauptstadt Lissabon mit etwas mehr als 500'000 Einwohnern und die grösste der Regionen, den Alentejo, südlich des Tejo, in der etwa gleich viele Menschen in Kleinstädten und Dörfern leben. Sanft wellige Hügellandschaft so weit das Auge reicht, von Korkeichenhainen, Weizenfeldern und Weinbergen überzogen. Dazwischen Dörfer mit weiss gekalkten Häuschen, historischen Kulturstätten und eine bedeutende Universität: Der Hauptort Evora kombiniert stu-dentische Frische mit historischer Ehrwürdigkeit und spiegelt die Eigenschaften der Region: Kultur, Essen, Wein und Tradition.

Reiseprogramm

1. Tag: Ola Lisboa !
Direktflug Zürich - Lissabon (Option Bahnreise am Vortag). Ankunft am Nachmittag. Der Bus holt uns ab und zeigt uns auf der Fahrt zum Hotel im Zentrum einen ersten Eindruck von der Stadt. Zimmerbezug und freie Zeit. Am Abend spazieren wir zu einem gediegenen Restaurant zum Abendessen.

2. Tag: Seefahrergeschichten
Im 16. Jhdt. haben die Portugiesen die Welt vergrössert: Sie entdeckten neue Horizonte und Erdteile. Wir erfahren mehr über dieses wichtige Kapitel der Geschichte Portugals und lernen die wichtigsten Gebäude der Stadt auf unserem Spaziergang kennen. Mittagessen, freie Zeit und ein Fado-Konzert am Abend.

3. Tag: Lissabon - die Fliesenstadt
Wir besichtigen das Museu do Azulejo, eines der schönsten der Stadt, erfahren die
"Schöne am Tejo" mit einem besonderen Verkehrsmittel, spazieren im Chiadovierel mit den Fliesenfassaden, essen in einem "gefliesten" Restaurant und fahren zum Hafen um die Stadt auch noch vom Wasser aus zu erleben.

4. Tag: Alentejo - wo das Herz der Portugiesen schlägt
In Montemor erfahren wir auf einem Weingut einiges über die portugiesische Weinkultur, degustieren und essen Mittag. In Arraiolos besichtigen wir den Konvent und die Pfarrkirche und werfen einen Blick in ein Atelier, wo die berühmten Teppiche gewebt werden. Nachtquartier in der Pousada des ehemaligen Königspalastes in Vila Viçosa.

5. Tag: Königspalast und Fazenda
Die Besichtigung des Königspalastes ist gleichzeitig eine spannende Lektion in portugiesischer Geschichte. Dann folgt das Kontrastprogramm: Quinta da Torre do Frade, ein landwirtschaftliches Gut, spezialisiert auf Rinder lässt die Verbundenheit der Bewohner mit der Tradition erleben. Nach dem Mittagessen besuchen wir die Kleinstadt Estremoz, bekannt für Keramikfiguren, und eine Bonequeira (Puppenspielerin).

6. Tag: 2000 Jahre Geschichte und regionale Kulinarik
Evora, Hauptstadt des Alentejos, 365 Gebäude innerhalb mittelalterlicher Stadtmauern, Weltkulturerbe mit römischem Tempel. Unter kundiger Anleitung bereiten wir unser regionaltypisches Mittagessen selber zu. In Beja übernachten wir in der Pousada de São Francisco, einem ehemaligen Convent.

7. Tag: Monsaraz, Olivenpresse und Alquevadamm
Der mittelalterliche Ort ist einer der schönsten des Alentejos. Er liegt hoch über dem grössten Stausee Europas, diesem beeindruckenden technischen Meisterwerk. Das Mittagessen nehmen wir in einer ehemaligen Öle, wo wir die Vielfalt portugiesischer Olivenöle kennen lernen. Ein Besuch in den Keramikwerkstätten von São Pedro do Corval rundet den Tag ab.

8. Tag: Über die Arrabidaberge an die Küste
Unterwegs haben wir Gelegenheit einen Blick in einen weiteren bedeutenden Wirtschaftszweig Portugals zu werfen: die Korkproduktion. Das Mittagessen nehmen wir in einer mittelalterlichen Festung mit Aussicht auf die Serra de Arrabida und den Atlantik ein, bevor wir eine der schönsten Küsten Europas erreichen. Übernachtung in Cascais am Atlantikstrand.

9. Tag: Sintra - ein Märchen und das Ende des Kontinents
Wir besuchen Sintra, die ehemalige Sommerresidenz der portugiesischen Könige. Ob wir uns am westlichsten Punkt des Kontinents, Cabo da Roca, zu den Touristenmassen gesellen oder einen schweizerisch-portugiesischen Familienbetrieb besuchen, lassen wir noch offen.

Adeus Portugal !

Preise und Anmeldung

Inbegriffen sind:

  • Flug Economy von Zürich nach Lissabon und zurück
  • oder Bahnreise 1. Kl. gegen Aufpreis
  • Unterkunft während der ganzen Reise in schönen Mittelklasse-Hotels
  • Halbpension mit Getränke
  • alle Transporte gemäss Programm
  • die Reiseleitung durch den deutsch sprechenden lokalen Reiseführer Américo da Costa und alle Eintritte und Gebühren

Preis
im Doppelzimmer Fr. 2'800.-
Zuschlag für Einzelzimmer Fr. 600.-

Preisänderungen bis zur Bestätigung sind nicht ausgeschlossen, aber wenig wahrscheinlich. Die Kalkulation basiert auf CHF/EUR von 1.15. Ein allfälliger Gewinn aus den volkskundlichen Reisen kommt wie immer der Schweizerischen Gesellschaft für Volkskunde zugute. 
Programmänderungen und Ergänzungen behalten wir uns bei der Feinplanung ausdrücklich vor. So sind einzelne Besichtigungen noch nicht abgesprochen und das lokale kulturelle Angebot heute noch nicht bekannt. DieTeilnehmenden erhalten ca. einen Monat vor Reisebeginn ein detailliertes Programm.

Anmeldetermine
1. Reise: 15. Februar 2019
2. Reise: 1. Juni 2019

Wir berücksichtigen maximal 30 Teilnehmer pro Reisetermin in der Reihenfolge, wie die Anmeldungen eingehen. Bei weniger als 20 Anmeldungen pro Reise werden wir das Angebot überprüfen und mit den Angemeldeten Kontakt aufnehmen.
Als Veranstalter ist die Schweiz. Gesellschaft für Volkskunde bei der AXA-Winterthur gem. Bun-desgesetz über Pauschalreisen versichert.

Weitere Bestimmungen
Wir raten Ihnen, eine Annullationsversicherung abzuschliessen Bitte organisieren Sie diese mit Ihrer Versicherungsgesellschaft vor der definitiven Anmeldung (als definitive Anmeldung gilt die erste Teilzahlung nach unserer Buchungsbestätigung).
Annullationskosten: bis 30 Tage vor Abreise 25 %, bis 15 Tage vor Abreise 50 %, später 100 % des Pauschalpreises.
Beide Reisen werden durchgeführt, wenn sich je mindestens 20 Personen anmelden. Die Anmeldungen werden in der Reihenfolge des Eingangs berücksichtigt. Maximal 30 Teilnehmer. Nach Anmeldeschluss erhalten Sie eine Buchungsbestätigung mit der Bitte um eine Anzahlung von Fr. 300.- p.Person.

Wissenschaftliche Leitung:
Américo da Costa
dipl. Reiseleiter
Lissabon

Konzept: Susanne Tocca
DOC DMC Lda.
Lissabon

Administrative Leitung:
Hans-Ulrich Vollenweider
Ritterhof 3
8460 Marthalen
Tel. 052 319 22 45
Fax 052 319 37 47
hvollenweider@gmail.com

VERGANGENE REISEN

Die Schweizerische Gesellschaft für Volkskunde lädt Sie ein zur

23. Volkskundlichen Studienreise nach Polen/Rzeczpospolita Polska

1. Reise: Di, 22. Mai - Sa, 2. Juni 2018

2. Reise: Di, 18. September - Sa, 29. September 2018

Polen gehört nicht zu den bevorzugten Feriendestinationen von uns Schweizern. Dabei hat dieses Land zwischen Ost und West mit seinem reichen kulturellen Erbe für Interessierte enorm viel zu bieten. Flä-chen- und bevölkerungsmässig steht es in der EU an sechster Stelle und liegt im Zentrum des Kontinents, denn der geografische Mittelpunkt ist unweit von Warschau. Es erstreckt sich von der Oder im Westen bis zum Bug im Osten, von der Ostsee bis zu den Sudeten und Karpaten im Süden.
Polen hat eine sehr bewegte Geschichte. Sein Grösse und Grenzen haben sich so oft verändert wie wohl in keinem andern europäischen Land: Das 1025 gegründete Königreich umfasst 250'000 km2 und wuchs bis im 16. Jh. zur europäischen Grossmacht mit fast 1 Million km2 an. Ende des 18. Jh. dreigeteilt, ver-schwand es von der politischen Landkarte und erkämpfte sich erst 1918 mit dem Vertrag von Versailles seine Unabhängigkeit in der Ausdehnung vom 10. Jh. wieder. Im 2. Weltkrieg hat Polen ungeheure Ver-heerungen erlitten. Ein Viertel der Bevölkerung kam um bzw. wurde umgebracht, die meisten Städte la-gen in Schutt und Asche. Kein Wunder, dass diese Geschichte präsent ist und durch viele Denkmäler, Schilder etc. in Erinnerung gehalten wird. Davon besonders betroffen war natürlich das polnische Juden-tum. Von den 3,5 Millionen Juden, die im damaligen Polen wohnten, überlebten gerade ein Zehntel. Seit 1944 unter sowjetischem Einfluss stehend, ab 1952 als Volksrepublik Polen, erlebte das Land 1980 - 1989 einen politischen und wirtschaftlichen Systemwechsel. 2004 wurde Polen als Mitglieder in die Euro-päische Union aufgenommen, ist Mitglied der Vereinigten Nationen, der OSZE und der NATO. Wirtschaft-lich hat sich das Land seit Ende des Sozialismus stetig gut entwickelt, begünstigt durch die politischen Veränderungen, den freien Handel in der EU und ausländische Direktinvestitionen.
Der Name Polen (Polska) geht auf den slawischen Volksstamm der Polanen (Polanie) zurück. Polanie - die Feldbewohner („pole” heisst im Polnischen Feld) zwischen Oder und Weichsel - gaben den Anstoss zur Entstehung des polnischen Staates. Am Ende des 10. Jh. verliefen die Grenzen des jungen polnischen Staates etwa so wie heute.
Wir begegnen einem Land, in welchem die Religion eine ganz andere Rolle spielt als bei uns. Nach wie vor besuchen 40% der über 8-jährigen Polen jeden Sonntag den Gottesdienst. Polen ist ein überwiegend katholisches Land (91%), Evangelische gibt es vor allem in den Städten und es gibt die orthodoxe Kirche, deren Gläubige mehrheitlich im Osten des Landes leben.
In Ostpolen erfahren wir eine Landschaft, wie wir sie bei uns nicht kennen: Endlose Weite; Bäche und Flüsschen, die sich unbegradigt schlängelnd ihren Weg suchen; Dörfer mit ihren einfachen auf den Boden gestellten Holzhäusern. Ein Muss in Ostpolen ist der Białowieza-Nationalpark, der als letzter Tiefland-urwald Europas gilt und die Wasserscheide zwischen Ostsee und Schwarzem Meer bildet.
Ich war schon an die zwanzig Mal mit Jugendlichen und Erwachsenen in Polen unterwegs und freue mich, Sie mit Land und Leuten vertraut zu machen. In Breslau und Warschau begleitet und führt uns die deutschsprechende polnische Reiseleiterin Janina Hadała.

Reiseprogramm

Anreise
Flug Zürich - Breslau oder Bahnreise mit Abfahrt voraussichtlich am Vorabend.
 Hotelbezug im Zentrum von Breslau für 2 Nächte.

Breslau (Wrocław)
Breslau ist die Hauptstadt der historischen Region Schlesien und wirtschaftliches, kulturelles und wissenschaftliches Zentrum Niederschlesiens. Europäische Kultur-hauptstadt 2016.
Auf dem Wasser und zu Fuss erkunden wir mit Janina Hadała die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten wie die Kathedrale, Synagoge, Jahrhunderthalle, Aula der Universität, das Panorama von Racławice und vieles mehr.

Bus nach Krakau, Oppeln (Opole), Tschenstochau (Częstochowa)
Auf dem Weg nach Krakau durch das Gebiet der deutschen Minderheiten besuchen wir Oppeln, die frühere Hauptstadt Oberschlesiens, und den Marienwallfahrtsort Tschenstochau. Die wundtertätige Ikone der Schwarzen Madonna ist das wertvollste Nationalheiligtum Polens.

Krakau (Kraków)
Die zweitgrösste Stadt Polens, UNESCO Weltkulturerbe, ist heute ein bedeutendes wissenschaftliches, kulturelles und künstlerisches Zentrum mit einem Baubestand aus allen Epochen seit dem Spätmittelalter. Wir bleiben drei Nächte. Wir besuchen das nahe Salzbergwerk Wieliszka, erkunden die Sehenswürdigkeiten der Stadt mit einer lokalen Führung und gehen im Stadtteil Kazimierz mit Peter Arnold auf den Spuren der bedeutenden jüdischen Bevölkerung, die im 2. Weltkrieg ermordet wurde.

Białowieża-Nationalpark (Białowieski Park Narodowy)
Wir reisen mit der Bahn nach Białystok und weiter mit dem Bus. Auf 1500 km2 beidseits der polnisch-weissrussischen Grenze erstreckt sich das als Weltnaturerbe und Biosphärenreservat geschützte Gebiet mit einer überwältigenden biologischen Vielfalt. Wir bleiben drei Nächte.
Białowieża-Nationalpark (Białowieski Park Narodowy)
Unter kundiger Führung durchstreifen wir das Schutzgebiet auf den erlaubten Wegen. Peter Arnold macht uns mit der polnisch-orthodoxen Kirche vertraut.

Grabarka und Bielsk Podlaski
Der Heilige Berg Grabarka ist ein wichtiger orthodoxer Wallfahrtsort. In Bielsk Podlaski besuchen wir eine Ikonenmalschule und mittelalterliche orthodoxe Holzkirchen. Kutschenfahrt und Essen am Lagerfeuer.

Reise nach Warschau
Von Białystok nach Warschau mit der Bahn, wo wir für drei Nächte Quartier beziehen. Besuch des Wilanów-Palasts und des Schlossparks. Abends geniessen wir ein privates Chopin-Klavier-Recital.

Warschau Fronleichnam (1. Reise)
Wir besuchen die Feierlichkeiten in der Stadt und nachmittags das Museum der Geschichte der polnischen Juden (POLIN).

Warschau
Geführter Stadtrundgang zu Fuss und mit öff. Verkehrsmitteln (Ghetto, aufgebaute Altstadt, Kulturpalast, Führung im Königsschloss. Nachmittags freie Zeit. Gemeinsames Abendessen.

Rückreise
vormittags freie Zeit. Rückflug nachmittags, Bahnreise voraussichtlich via Wien, Ankunft am Sonntagmorgen um 8.20 Uhr.

Preise und Anmeldung

Inbegriffen sind:

- Flug Economy von Zürich nach Breslau und zurück von Warschau oder Bahnreise 2. Kl.
- Unterkunft während der ganzen Reise in schönen Mittelklasse-Hotels
- Halbpension ohne Getränke
- die Reiseleitung durch Peter Arnold und Janina Hadała und alle lokalen Reiseführer und alle Eintritte.

Preis
im Doppelzimmer Fr. 2'600.--

Zuschlag für Einzelzimmer Fr. 300.--

Preisänderungen bis zur Bestätigung sind nicht ausgeschlossen, aber wenig wahrscheinlich. Die Kalkulation basiert auf CHF/EUR von 1.17. Ein allfälliger Gewinn aus den volkskundlichen Reisen kommt wie immer der Schweizerischen Gesellschaft für Volkskunde zugute. 
 Programmänderungen und Ergänzungen behalten wir uns bei der Feinplanung ausdrücklich vor. So sind einzelne Besichtigungen noch nicht abgesprochen und das lokale kulturelle Angebot heute noch nicht bekannt. DieTeilnehmenden erhalten ca. einen Monat vor Reisebeginn ein 
 detailliertes Programm.

Die Fahrpläne 2018 sind noch nicht bekannt. Vorbehalten bleibt ein kleiner Aufpreis für die Reise im Schlafwagen.

Anmeldetermine
1. Reise: 15. Februar 2018
2. Reise: Ende Juni 2018

Wir berücksichtigen maximal 30 Teilnehmer pro Reisetermin in der Reihenfolge wie die Anmel-dungen eingehen. Bei weniger als 20 Anmeldungen pro Reise werden wir das Angebot überprüfen und mit den Angemeldeten Kontakt aufnehmen.
Als Veranstalter ist die Schweiz. Gesellschaft für Volkskunde bei der AXA-Winterthur gem. Bundesgesetz über Pauschalreisen versichert.

Wissenschaftliche Leitung
Pfr. Peter Arnold, 8460 Marthalen
Janina Hadała, Bobrowa Dolina, Wargielity 10, PL 11-200 Wargielity

Administrative Leitung
Hans-Ulrich Vollenweider, Ritterhof 3, 8460 Marthalen, Tel. 052 319 22 45, Fax 052 319 37 47 hvollenweider@gmail.com

ACHTUNG: Wir raten Ihnen, eine Annullationsversicherung abzuschliessen. Bitte organisieren Sie diese mit Ihrer Versicherungsgesellschaft vor der definitiven Anmeldung (= erste Teilzahlung nach der Buchungsbestätigung durch uns).
Annullationskosten: bis 30 Tage vor Abreise 25 %, bis 15 Tage vor Abreise 50 %, später 100 % des Pauschalpreises.
Beide Reisen werden durchgeführt, wenn sich je mindestens 20 Personen anmelden. Die Anmeldungen werden in der Reihenfolge des Eingangs berücksichtigt. Maximal 30 Teilnehmer. Nach Anmeldeschluss erhalten Sie eine Buchungsbestätigung mit der Bitte um eine Anzahlung von Fr. 300.- p.Person.

Die Schweizerische Gesellschaft für Volkskunde
lädt Sie ein zur 22. Volkskundlichen Studienreise nach

Finnland - der Südwesten

1. Reise: Mittwoch, 21. Juni - Samstag, 1. Juli 2017  (1)

2. Reise: Sonntag, 2. Juli - Mittwoch, 12. Juli 2017    (2)

Die Schweizerische Gesellschaft für Volkskunde
lädt Sie ein zur 21. Volkskundlichen Studienreise nach

Bulgarien

1. Reise: Mittwoch, 4. Mai - Sonntag, 15. Mai 2016
2. Reise: Mittwoch, 14. September - Sonntag, 25. September 2016

Bulgarien ist ein kleines, gebirgiges Land mitten auf der Balkan-Halbinsel; es hat zwei weitläufige Ebenen und eine ca. 400 km lange Küste. Das 550 km lange Balkan-Gebirge, das der Halbinsel ihren Namen gibt, teilt das Land in zwei fast gleich grosse Teile – Süd- und Nordbulgarien. Unsere SGV-Reise findet in Südbulgarien statt.
Südbulgarien ist von den hohen Bergen Rila, Pirin und Rhodopen geprägt. Der höchste Gipfel Bulgariens ist Mussala (2925 m) im Rila-Gebirge. Die nördliche Grenze Südbulgariens ist die lange Bergkette des Balkan-Gebirges. Im Süden befinden sich das Rosental und die breite Thrakische Tiefebene, auch Thrakia-Tal genannt. Die Hauptstadt Sofia liegt in Südbulgarien und ist mit Abstand die grösste Stadt des Landes (1,3 Mio. Einw.). Die zweitgrösste Stadt ist Plovdiv (350‘000 Einwohner) und liegt ebenfalls in Südbulgarien.

Die Landessprache ist Bulgarisch. Etwa die Hälfte der 7,3 Mio. Menschen wohnt in Städten. 80% der Bevölkerung sind ethnische Bulgaren, 8% Türken und 10% sind Roma. Kleinere Minderheiten sind Juden, Armenier, Griechen und Russen. 87% gehören der bulgarisch-orthodoxen Kirche an und rund 12% sind Muslime. Die bulgarisch-orthodoxe Kirche ist unabhängig, an der Spitze steht der bulgarische Patriarch Neofit. Im Rhodopen-Gebirge gibt es die Gruppe der so genannten Pomaken. Das sind Nachfolger jener christlichen Bulgaren, die im 16.-17. Jh. von den Osmanen mit Gewalt zum Islam bekehrt worden sind.

Schon vor 7000 Jahren lebte auf bulgarischem Territorium eine hoch entwickelte Zivilisation. Die Thraker siedelten um das 2. Jt. v. Chr. und gingen im 1. Jh. n. Chr. im römischen Reich auf. Der Herrscher Asparuh gründete 681 n. Chr. das Erste Bulgarenreich. Das Zweite Bulgarenreich dehnte die Grenzen des Landes bis zu den drei Meeren (Schwarzes Meer, Ägäis und Adria) aus. 1396 wurde Bulgarien für 500 Jahre Teil des Osmanischen Reichs, in den bulgarischen Schulbücher als türkisches Joch bezeichnet. 1878, nach dem russisch-türkischen Krieg, wurde im Friedensschluss von San Stefano die Grundlage für einen bulgarischen Staat gelegt. 1944 marschierte die russische Armee in Bulgarien ein und läutete damit die kommunistische Ära ein, die bis 1989 dauerte.

Heute ist Bulgarien eine parlamentarische Demokratie mit einem Einkammerparlament mit 240 Abgeordneten. Seit 2004 ist Bulgarien Mitglied der NATO und seit 2007 Mitglied der Europäischen Union. Die führende Partei ist die „Bürger für eine europäische Entwicklung Bulgariens“. Bulgarien ist ein Zentralstaat mit 28 Verwaltungsgebieten, die von staatlich ernannten Gouverneuren geleitet werden.

Mit der Wende 1989 wurde in Bulgarien die Marktwirtschaft eingeführt. Die wichtigsten Wirtschaftszweige sind Nahrungsmittel-, Metall- und Textilindustrie, chemische Industrie, Energiewirtschaft, Stahlproduktion und Tourismus. Bulgarien ist auf jeden Fall ein Agrarland: Getreide, Sonnenblumenöl, Mais, Früchte und in den Gebirgsregionen Kartoffeln, Tabak und Gemüse werden angebaut. In Südbulgarien liegen vier von fünf Weinbauregionen Bulgariens: Schwarzmeerküste, Thrakia-Tal, Rosental und Struma-Tal. Von den einheimischen roten Rebsorten Mavrud und Melnik werden erlesenen Weine produziert.

Dobre doschli vav Balgariya! – Herzlich willkommen in Bulgarien! Georgi Palahutev

Reiseprogramm

Anreise Mittwoch:
Flug Zürich - Sofia, Bahnreise ist möglich und ein zusätzliches Erlebnis
Bustransfer nach Plovdiv (ca. 1 ½ Std.)
Hotelbezug im Zentrum von Plovdiv für 8 Nächte

Plovdiv Donnerstag:
Plovdiv im Herzen der thrakischen Ebene war in der Antike die römische Stadt Trimontium, heute mit 350’000 Einwohnern die zweitgrösste bulgarische Stadt.
Vormittag: Altstadt von Plovdiv: typische Wiedergeburtshäuser aus dem 19. Jh., Ethnographisches Museum, Kirche Konstantin und Helena und römisches Theater aus dem 2. Jh.
Mittagessen: Plovdiv: auf beiden Seiten der Fussgängerstrasse reihen sich Restaurants und Cafés, aber auch in der Altstadt gibt es Möglichkeiten zum Essen.
Nachmittag: Ruinen des römischen Stadions, des römischen Odeons und römischen Forums, Dzhumaya Moschee, Kirche Sveta Marina und Zentrum von Plovdiv.

Bachkovo-Kloster und Chepelare Freitag:
Vormittag: Besichtigung des Bachkovo-Klosters, dem zweitgrössten Kloster Bulgariens (Fresken aus dem Jahr 1643, mittelalterlicher Speisesaal, wundertätige Ikone, Kirche). Fahrt durch die Bergwelt der Rhodopen.
Mittagessen: Wir sind zu Gast bei einer einheimischen Familie in Chepelare. Wir kosten hausgemachte Spezialitäten, hören den Klang des typischen Dudelsacks und sprechen mit unseren Gastgebern.
Nachmittag: Spaziergang durch die Stadt Chepelare und Besuch des lokalen Karst-Museums.

Weltkulturerbe Nessebar Samstag:
Vormittag: ca. 3 Std. Fahrt nach Nessebar an der Schwarzmeerküste. Rundgang durch Nessebar.
Mittagessen: Nessebar, Fischrestaurants mit Blick aufs Meer.
Nachmittag: Altstadt von Nessebar (UNESCO-Weltkulturerbe): typische Wohnhäuser und byzantinische Kirchen. Besuch der mittelalterlichen Kirche Heiliger Stefan mit Fresken aus dem 16.-18. Jh.; Rückfahrt nach Plovdiv.

Sofia Sonntag:
Vormittag: ca. 1,5 Std. Fahrt nach Sofia. Stadtrundgang durch die bulgarische Hauptstadt: Alexander-Nevski-Kathedrale mit ihren Goldkuppeln, Ruinen der römischen Stadt Serdica, die Mineralwasserquellen. Am Sonntag ist es ruhig in Sofia – eine gute Zeit die Hauptstadt zu besichtigen.
Mittagessen: Sofia.
Nachmittag: Archäologisches Nationalmuseum mit den erstaunlichen thrakischen Gold- und Silberschätzen. Besichtigung der Boyana-Kirche (UNESCO-Weltkulturerbe) mit Fresken aus dem Jahr 1259.

Fahrt mit der Schmalspurbahn und Teppichweberei Montag:
Vormittag: Fahrt mit der einzigen Schmalspurbahn Bulgariens durch die Rhodopen. Mit dieser Bahn fahren auch die Einheimischen. Besuch einer traditionellen Teppichweberei. In der Teppichweberei arbeiten muslimische Frauen der muslimischen Minderheit in Bulgarien: Gespräch.
Mittagessen: beim Stausee Batak.
Nachmittag: Besuch der Stadt Batak: die örtliche Kirche (sie ist mit der Freiheitsbewegung 1876 verbunden) und das Historische Museum. Besichtigung der Ruinen der Roten Kirche aus dem 5. Jh.

Thraker und Weinprobe Dienstag:
Vormittag: Fahrt nach Kazanlak. Unweit von der Stadt befindet sich die antike Nekropole der einst mächtigen thrakischen Hauptstadt – Seuthopolis. Besichtigung des thrakischen Kuppelgrabs bei Shipka (5. Jh. v. Chr.). Unweit vom Grab ist auch die sehenswerte Russische Kirche.
Mittagessen: Kazanlak.
Die Thraker waren ein indogermanisches Volk, das vor mehr als 4000 Jahren auf bulgarischem Boden (und sogar bis Kleinasien) lebte. Die thrakische Kunst hinterliess u.a. bemerkenswerte Schätze, Grabstätten und heilige Stätten.
Nachmittag: Besichtigung des berühmten thrakischen Kuppelgrabs in Kazanlak (UNESCO-Weltkulturerbe) aus dem 3. Jh. v. Chr. Das Originalgrab ist nur noch für wissenschaftliche Zwecke zugänglich, deshalb besichtigen wir die Replik im Museum. Weiterfahrt. Besuch eines Weinguts: Spaziergang durch die Weinfelder, Gespräch mit den Winzern, Weinprobe von Mavrud-Trauben.

Bulgarische Rosen Mittwoch:
Vormittag: Fahrt zum bulgarischen Rosental. Das ist ein kleines Landstück zwischen dem Balkan- und Mittelgebirge, ca. 80 km nördlich von Plovdiv. Hier wird seit etwa 350 Jahren die ölgebende Rose “Rosa Damscena” angebaut. Besuch einer familiengeführten Rosenöldestillerie.
Mittagessen: Wir sind zu Gast bei einer einheimischen Familie in Kalofer. Wir kosten Spezialitäten und probieren von der hauseigenen Rosenkonfitüre. Gespräch mit unseren Gastgebern.

Nachmittag: Rundgang durch die historische Stadt Hisarya: Ruinen der römischen Festung und Bäder, Thermalquellen. Besichtigung des thrakischen Tempels bei Starosel aus dem 4. Jh. v. Chr.

Rila-Kloster Donnerstag:
Vormittag: Fahrt durch die Bergwelt des alpinen Rila-Gebirges.
Mittagessen: unterwegs in einem familiengeführten Restaurant: frische Forelle vom Rila-Gebirge.
Nachmittag: Besichtigung des grössten und schönsten bulgarischen Klosters – Rila-Kloster (UNESCO-Weltkulturerbe). Wir besichtigen eine Mönchszelle, das historische Museum und die Klosterkirche mit grossflächigen Wandmalereien. Weiterfahrt nach Sandanski im Dreiländereck.
3 Nächte in Sandanski.

Rupite und Sandanski, Konzert mit orthodoxem Chor Freitag:
Vormittag: Besuch der Gegend Rupite. Hier wohnte in der 1990-er Jahren die berühmteste Seherin und Wahrsagerin Bulgariens – Baba Wanga. Besichtigung der örtlichen Kirche. Besuch eines Denkmals der mittelalterlichen bulgarischen Geschichte.
Mittagessen: Sandanski.
Nachmittag: Rundgang durch die sonnenreiche Stadt Sandanski am Fusse des Pirin-Gebirges. Geniessen Sie den Rest des Nachmittags zur freien Verfügung. Unser Hotel verfügt über ein Hallenbad und Aussenpool mit Thermalwasser, SPA- und Wellness-Bereich. Es liegt am Ende der Fussgängerzone und direkt am Eingang zum städtischen Park. Am späten Nachmittag erleben Sie in der örtlichen Kirche ein Konzert eines einheimischen orthodoxen Chors. Anschliessend Gespräch mit den Sängern.


Rozhen-Kloster, Melnik und Weinprobe Samstag:
Vormittag: Spaziergang zum Rozhen-Kloster (ca. 45 Min., Teerstrasse). Besuch des idyllischen Rozhen-Klosters. Rundgang durch die kleinste Stadt Bulgariens – Melnik (ca. 350 Einwohner) – mit herrlicher Lage inmitten von Sandsteinformationen. Besuch eines Haus-Museums mit Weintunneln.
Mittagessen: Melnik.
Nachmittag: Besuch eines familiengeführten Weinkellers. Besichtigung der modernen Kellerei und Weinprobe des einheimischen autochthonen Rotweins Melnik. Gespräch mit den Winzern.

Rückreise Sonntag:
Transfer zum Flughafen in Sofia (ca. 2 ½ Std) und Rückflug oder
Rückreise mit der Bahn

Preise und Anmeldung

Inbegriffen sind:
- Flug Economy von Zürich nach Sofia und zurück oder Bahnreise*
- Unterkunft während der ganzen Reise in schönen Mittelklasse-Hotels
- Halbpension ohne Getränke
- die wissenschaftliche Führung durch bulgarischen, deutschsprachigen Reiseführer
und alle lokalen Eintritte und Führungen.

Preis
im Doppelzimmer Fr. 2’400.-
Zuschlag für Einzelzimmer Fr. 250.-

Preisänderungen bis zur Bestätigung sind nicht ausgeschlossen, aber wenig wahrscheinlich. Die Kalkulation basiert auf CHF/EUR von 1.10. Ein allfälliger Gewinn aus den volkskundlichen Reisen kommt wie immer der Schweizerischen Gesellschaft für Volkskunde zugute.
Programmänderungen und Ergänzungen behalten wir uns bei der Feinplanung ausdrücklich vor. So sind einzelne Besichtigungen noch nicht abgesprochen und das lokale kulturelle Angebot heute noch nicht bekannt. DieTeilnehmenden erhalten ca. einen Monat vor Reisebeginn ein
detailliertes Programm.

* Abreise am Montagabend mit direktem Nachtzug Zürich-Belgrad (ab 20.40 h, an 17.32 h).
4½ Stunden Aufenthalt in Belgrad, weiter mit Nachtzug nach Sofia (10½ Std.). Die Fahrpläne für 2016 werden erst Mitte Dezember publiziert.


Anmeldetermine
1. Reise Ende 15. Februar 2016; 2. Reise Ende Juni 2016


Wir berücksichtigen maximal 30 Teilnehmer pro Reisetermin in der Reihenfolge der Anmeldungen. Bei weniger als 20 Anmeldungen pro Reise werden wir das Angebot überprüfen und mit den Angemeldeten Kontakt aufnehmen.
Als Veranstalter ist die Schweiz. Gesellschaft für Volkskunde bei der AXA-Winterthur gem. Bundesgesetz über Pauschalreisen versichert.


Wissenschaftliche Leitung:
Georgi Palahutev
ul. Karpati 8, app. 17
Sofia 1618
Tel. +359 2 855 23 51
georgi@palahutev.com
www.palahutev.com

Mitautor des DuMont Reise-Handbuchs "Bulgarien" und staatlich geprüfter Reiseleiter. Auf Ihrer Reise werde ich Sie persönlich begleiten.

Administrative Leitung:
Hans-Ulrich Vollenweider
Ritterhof 3
8460 Marthalen
Tel. 052 319 22 45
Fax 052 319 37 47
hvollenweider@gmail.com

Ich freue mich auf Ihre Anmeldung und beantworte gerne Ihre allfälligen Fragen.

Die Schweizerische Gesellschaft für Volkskunde

lädt Sie ein zur 20. Volkskundlichen Studienreise nach Apulien

1. Reise Dienstag, 12. Mai - Donnerstag, 21. Mai 2015

2. Reise Dienstag, 29. September - Donnerstag, 8. Oktober 2015

Begünstigt durch die Lage, war Apulien schon immer ein Mittler zwischen und Morgen- und Abendland sowie dem Balkan. Die eigentliche Besiedlung beginnt um 2000 vor Chr. mit den aus dem Balkan eingewanderten Illyrern, aus denen 800 Jahre später die Stämme der Daunier, Peuketier und Messapier hervorgehen. Mit der Gründung von Taras durch eingewanderte Spartaner 706 vor Chr. beginnt sich der griechische Einfluss im Salento durchzusetzen. In einigen Gemeinde des Salento wird noch heute das Griko gesprochen, das sehr stark dem Altgriechischen ähnelt. Ab dem 3. Jh. vor Chr. weiten die Römer ihre Macht auch über Süditalien aus. Es folgen Goten, Langobarden und Byzantiner. Mit der Übernahme der Macht über Süditalien durch die Normannen im 11. Jh. endet die byzantinische Herrschaft in Apulien. Die Hafenstädte an der Adria mit ihren Kathedralen werden zu wichtigen Stationen für Kreuzfahrer und Pilger, noch mehr nach der Machtübernahme Ende des 12. Jh. durch die Staufer, speziell Friedrich II. 1265 fällt Apulien an das Königreich Neapel, regiert von den Anjou, später den Spaniern und Franzosen. Steinerne Zeugnisse dieser besonderen Geschichte wie Dolmen und Menhire, antike Stätten und Kathedralen im Stil der apulischen Romanik, Kastelle, Höhlenstädte und Trulli machen Apulien speziell auch in architektonischer Hinsicht interessant.
Das Kernland von Apulien bilden die Murge (Murgia). Geologisch handelt es sich um ein riesiges, aus
Meeresablagerungen entstandenes Kalkplateau, das sich vor 65-100 Mio. Jahren emporgehoben hat. Die Flüsse wuschen die Täler aus, die sich Richtung Adria und Ionisches Meer öffnen. Heute sind die Abflüsse meist trocken, in karstreichen Gegenden versickert das Wasser schnell. Dank eines genialen Wasserversorgungssystems, das Apulien mit Wasser aus Kampanien versorgt und anfangs des 20. Jh. gebaut wurde, sieht man auf der Reise durch Apulien überall blühende Landschaften.
Apulien war und ist bis in die heutige Zeit ein agrarisch geprägtes Land. Die junge Republik brachte keine Verbesserung der Lebensumstände im Süden so dass um die Wende zum 20. Jh.Tausende nach Amerika und Australien auswanderten. Auch die Ansiedlung von grossindustriellen Betrieben in Bari und Brindisi in den 1960ern, der man riesige landwirtschaftliche Flächen opferte, brachte nicht die erhoffte Folgeansiedlung anderer Firmen. Heute ist Apulien zwar nicht so reich wie der Norden, aber auch nicht mehr so arm, Tourismus und damit auch der Dienstleistungssektor haben ab den 1980er-Jahren an Bedeutung gewonnen. Seither nutzen immer mehr Bauernhöfe das im Tourismus liegende Potential, setzen auf Agroturismo und biologischen Anbau. Wein und Olivenöl aus Apulien haben sich mittlerweile international einen Namen gemacht. Vor allem mittlere und kleine Betriebe sind für den heutigen Wohlstand der Region verantwortlich. 70% der Getreideproduktion Italiens stammen aus Apulien. Wie wichtig Getreide für Apuliens Küche mit all ihren Brot- und Pastasorten ist, werden Sie auf der Reise täglich erfahren. Apulien ist auch ein Gemüsegarten, aber auch Fleisch und Fisch kommen nicht zu kurz. Bis heute ist die Küche Apuliens eine einfache, gesunde und rustikale Küche, die auf unverfälschten Geschmack setzt. Sie können sich freuen!

Reiseprogramm in groben Zügen

Anreise Dienstag

Bahn ab Zürich 09.32 nach Bari Centrale an 21.18
oder
Flug Zürich - Bari mit Alitalia über Rom
Hotel in Bari

Mittwoch: Bari 

Vormittag: Wir lassen uns durch die lebhafte und stimmungsvolle Altstadt führen
und besuchen die zwei grossen romanischen Kirchen: die Basilica San Nicola, wo
die Gebeine des heiligen Nikolaus von Myra ruhen und die Cattedrale San
Sabino, aber auch das mächtige Normannenschloss , das im 11. Jh. als
Wehranlage errichtet wurde.
Zu Mittag essen wir in einem der besten Restaurants der Stadt, wo wir die
traditionellen Fischküche kennen lernen.
Nachmittags gehen wir in Neustadt, mit deren Bau 1813 begonnen wurde und
die seit der Industrialisierung in den 1960ern einen anhaltenden Bauboom erlebt.
Highlights: Palazzo Acquedotto Pugliese (Wasserpalast) wo sich Bauhaus- und
Jugendstil vermischen und das Stadio San Nicola von Renzo Piano (1990)
Hotel in Bari


Donnerstag: Bisceglie, Trani und Barletta

Vormittag: Mit dem Bus nach Bisceglie wo wir einen bedeutende Olivenölmühle
besuchen. Weiter nach Trani zu einem Stadtrundgang in der Altstadt mit der
Königin der Kathedralen, San Nicola Pellegrino (Trani hat seit 1097 einen eigenen
heiligen Sankt Nikolaus) und dem Castello Friedrich II, des Stauferkaisers.ost
Mittagessen in der Altstadt von Trani.
Nachmittag: Weiter nach Barletta mit seiner kolossalen Bronzestatue des
oströmischen Kaisers Valentinian I. Wir besuchen die archäologischen
Ausgrabungen von Canne della Battaglia, dem alten Cannae, wo Daunier,
Römer, Byzantiner, Normannen, Staufer und Anjou gesiedelt haben.
Hotel in Manfredonia.


Freitag: Monte S. Angelo und Manfrediona

Vormittag: kurze Busfahrt nach Monte Sant‘ Angelo mit dem berühmten
Santuario di San Michele in der Grotte. Noch bis weit über das Mittelalter hinaus
eines der wichtigsten europäischen Pilgerzentren und seit 2011 UNESCO
Weltkulturerbe.
Das Mittagessen nehmen wir in Manfredonia ein, benannt nach dem
Stadtgründer Manfred, dem Sohn Friedrich II.
Nachmittag: Besuch von historischen Gebäuden und des Castello Svevo-Angioina
direkt am Meer mit dem Museo Nationale di Manfedonia.
Hotel in Manfredonia

Samstag: Ruvo di Puglia und Castel del Monte

Vormittag: Wir fahren nach Ruvo di Puglia und besuchen in der schmucken
Altstadt den Palazzo und Museo Jatta mit seiner faszinierenden Sammlung von
griechischen Vasen und Amphoren aus dem 8. bis 3. Jh.vor Chr. Die Cattedrale
Santa Maria Assunta ist eines der schönsten Beispiele apulischer Romanik.
Mittagessen in der Stadt.
Nachmittags fahren wir zum Castel del Monte, das der Schriftsteller und
Historiker Ferdinand Gregorovius als Krone Apuliens bezeichnet hat. Es ist der
rätselhafteste Bau den Friedrich II. errichten liess, oft verglichen mit dem
Felsendom in Jerusalem. UNESCO Weltkulturerbe seit 1996.
Weiter nach Alberobello, wo wir übernachten.


Sonntag: Polignano a Mare und Alberobello

Vormittags fahren wir nach Polignano a Mare. Die weiss getünchten Häuser der
Altstadt stehen dicht gedrängt auf einem Felsen über dem türkisblauen Meer, ein
Bilderbuchort. Wir besuchen einen der Handwerksbetriebe, wo die traditionellen
Terracotta-Pfeiffen bemalt werden. Die Gegend ist auch für ausgezeichnete
Eisspezialitäten bekannt.
Mittagessen in einem typischen Fischrestaurant.
Der Nachmittag gehört dem Valle d‘Itria und Alberobello, die Hauptstadt der
Trulli, dieser merkwürdigen, weiss getünchten Häuschen mit den spitzen
Dächern. Interessante Einblicke in die Geschichte der Region, das bäuerliche
Leben und die Trulli bietet das Museo del Territorio.
Nacht in Alberobello.


Montag: Matera

Vormittag: Busfahrt zu einem weiteren Weltkulturerbe: Matera in der Region
Basilicata, die berühmteste Höhlenstadt der Welt. Eine besondere Attraktion sind
die ins kalkreiche Gestein hineingebauten Häuser und die einzigartigen
Höhlenkirchen.
Nachmittag: Nach dem Mittagessen in Matera fahren wir nach Lecce und
beziehen Quartier in einem Stadthotel.


Dienstag: Lecce und Galatina

Vormittag: Stadtrundgang durch Lecce, das reich ist an barocken Gebäuden wie
die Heiligkreuzkirche oder romanischen Bauten wie das Amphitheater mitten in
einer der Hauptstrassen. Mittagessen in der Nähe des Schlosses von Karl V.
Nachmittags machen wir einen Ausflug nach Galatina, einer der wichtigsten Orte
im Salento. Das Stadtbild wird von der romanischen Kirche Santa Caterina
d‘Alessandria dominiert, die anfangs 15. Jh. mit Fresken reich ausgemalt wurde.
Nacht in Lecce.


Mittwoch: Otranto

Vormittag: Ausflug nach Otranto, das gern als Tor zum Orient bezeichnet wird,
sind es doch nur 80 km bis Albanien. In der grössten romanischen Kirche Apuliens,
der von den Normannen erbauten Cattedrale Santa Maria Annunziata, bewundern
wir das riesige Bodenmosaik, das von einem Mönch in den Jahren
1163-65 geschaffen wurde. Besuch des Castello Aragonese, das nach dem verheerenden
Türkenüberfall von 1480 errichtet wurde.
Nachmittags freie Zeit in den pittoresken Gassen der Stadt mit den vielen kleinen
Läden und Werkstätten.
Nacht in Lecce.


Donnerstag: Abschied und Rückfahrt

Der Bus bringt uns zum Bahnhof Lecce bzw. zum Flughafen Brindisi
Bahn ab Lecce 08.13 nach Zürich 21.28, Basel 21.29
Flug ab Brindisi mit Alitalia über Rom nach Zürich

Preise und Anmeldung

Inbegriffen sind:
- Bahnfahrt 2. Klasse von Zürich nach Bari und zurück ab Lecce oder
Flug Economy von Zürich nach Bari und zurück ab Lecce.
Bahn 1. Klasse möglich mit einem Aufpreis von Fr. 160.- für Halbtax-Inhaber
- Unterkunft während der ganzen Reise in schönen Mittelklasse-Hotels
- Halbpension ohne Getränke
- die wissenschaftliche Führung durch lokalen, deutschsprachigen Reiseführer
und alle lokalen Eintritte und Führungen.

Preis im Doppelzimmer Fr. 2‘750.-
Zuschlag für Einzelzimmer Fr. 300.-
Zuschlag für Bahn 1. Klasse Fr. 160.- mit Halbtaxabonnement

Preisänderungen bis zur Bestätigung sind nicht ausgeschlossen, aber wenig wahrscheinlich. Ein
allfälliger Gewinn aus den volkskundlichen Reisen kommt wie immer der Schweizerischen Gesellschaft für Volkskunde zugute.
Programmänderungen und Ergänzungen behalten wir uns bei der Feinplanung ausdrücklich vor.
So sind einzelne Besichtigungen noch nicht abgesprochen und auch das lokale kulturelle Angebot
möchten wir noch einbeziehen. DieTeilnehmenden erhalten ca. einen Monat vor Reisebeginn
ein detailliertes Programm.
Haben Sie einen Vorschlag oder einen Wunsch für die Ausarbeitung des Detailprogramms?
Solches nehmen wir von den Teilnehmenden bis Ende Februar gern entgegen.

Anmeldetermine
1. Reise Ende Januar 2015; 2. Reise Ende März 2015

Wir berücksichtigen maximal 30 Teilnehmer pro Reisetermin in der Reihenfolge, wie die Anmeldungen
eingehen. Bei weniger als 20 Anmeldungen pro Reise werden wir das Angebot überprüfen und mit den Angemeldeten Kontakt aufnehmen.

Wissenschaftliche Leitung zum Zeitpunkt der Ausschreibung noch nicht namentlich bekannt

Administrative Leitung:

Hans-Ulrich Vollenweider
Ritterhof 3
8460 Marthalen
Tel. 052 319 22 45
Fax 052 319 37 47
hvollenweider@gmail.com

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